Der Obersterndeuter
Schon eine halbe Stunde vor Beginn der Aufführung rennen die Musicalkinder der Grundschule Gültstein aufgeregt über den Schulhof. Die 13 Mädchen und 21 Jungen der 3. und 4. Klassen mit ihren Lehrerinnen Angela Groß und Brigitte Schoch führen in diesem Schuljahr das Stück „Der Obersterndeuter“ auf. Es ist ein Musical nach Märchenmotiven aus dem alten Persien und der Türkei, von Angela Groß selbst geschrieben. Brigitte Schoch steht ihr bei allem zur Seite, organisiert und baut die gesamte Technik zusammen, die dann selbständig von den Schülern bedient wird. Die Geschichte erzählt von Aisha, der Frau des armen Orangenverkäufers Achmed, die lange auf einen Besuch im Bad gespart hat. Dort angekommen, wird ihr das Baden verwehrt, da die Frau des Obersterndeuters ihr vorgezogen wird. Enttäuscht verbietet sie ihrem Mann daraufhin das eigene Haus zu betreten, bis er selbst Obersterndeuter geworden ist. Dem ratlosen Achmed bleibt nichts anderes übrig, als sich – verkleidet mit dem Turban eines Sterndeuters - auf den Bazar zu begeben, begleitet von seinem treuen Kamel. Kundschaft kommt bald und zu Achmeds Verwunderung gelingt es mit der unfreiwilligen Hilfe des Kamels, dass Kopfschmerzen verschwinden, ein schlecht gelaunter Ehemann sich zum Gentleman wandelt und sogar der verlorene Ohrring der Tochter des Sultans wiedergefunden wird. Als Achmed zum Sultan beordert wird, fürchtet er das Schlimmste. Denn dieser vermisst seinen wertvollen Ring und stellt ihm die Alternative: „Wenn du meinen Ring findest, werde ich dich in den Stand des Obersterndeuters erheben, wenn nicht: Kopf ab!“ Achmed erbittet sich 40 Tage Bedenkzeit und wieder passieren Dinge, die nicht einmal ein Obersterndeuter voraussehen kann…
Man kann in diesem Musical viel entdecken und obendrein die Spielfreude der Kinder und die Farbenpracht des Geschehens genießen: Ob auf dem Bazar mit feilschenden Händlern, Schlangenbeschwörer und Feuerschlucker oder beim Stockkampf mit Schwarzlicht. Man kann die Gesangs- und Instrumentalkunst genießen, über die Vorteile von Missverständnissen kräftig lachen, die den Orangenverkäufer zum Obersterndeuter werden lassen. Man kann die schönen Tänzerinnen bewundern und die Technik des Beleuchters, der die Akteure und Kulissen zur richtigen Zeit in Rot und Blau und Grün taucht und die wedelnden Handtücher der tüchtigen Badefrauen ins richtige Licht setzt. Und dann das Kamel! Es ist der Liebling aller auf der Bühne und der ständige Begleiter von Achmed. Wie es sich bewegt, den Kopf in Achmeds Schoß legt, die sehr rote Zunge spielen lässt – einfach höchst lebendig und lustig. Am Schluss singen alle unter großem Applaus nach Märchenmanier: „Ende ja Ende, es ist soweit! Wenn sie nicht gestorben sind, leben sie noch heut!“.


